Sonntag, 9. Juli 2017

G20 - Wenn linke Gewalt relativiert und schöngeredet wird...

"Wir wurden darauf hingewiesen, dass zwei dieser ehrenamtlichen Autoren, die in der Vergangenheit für den Störungsmelder berichtet haben, im Rahmen von #g20 unethisches Verhalten auf ihren privaten Social-Media-Accounts vorgeworfen wird. Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, verurteilen wir dieses Verhalten scharf und distanzieren uns davon. Es lässt sich mit einer weiteren Mitarbeit beim Störungsmelder nicht vereinbaren."  (zeit.de)


"Jede Flasche, jeder Stein hat heute
seine Berechtigung!"
(Grafik via Omnicity-Twitter-Übersicht)


Die Krawalle der G20-Gegner mit Körperverletzungen, Brandstiftungen, Plünderungen und Sachbeschädigungen und deren Berichterstattung durch gewisse linke Journalisten haben mich schockiert. Jutta Ditfurth faselte sogar von einer "MEK-Bürgerkriegseinheit mit Maschinengewehren". Es gab keine Maschinengewehre, aber ihre Formulierung nährte den Hass und die Empörung auf die Polizei, die im Sekundentakt mit Flaschen, Eisenstangen, Böllern und Steinen beschossen wurde. Das habe eben "gesellschaftliche Ursachen", erklärte ein anderer linker Journalist. Klar, der Mob wird eine schwere Jugend gehabt haben - da muss man die Angriffe auf die Polizisten natürlich verstehen...
Leo Fischer (neues deutschland) machte sich über die Ängste der Besitzer von abgefackelten Autos lustig. Die Ruhrbarone schrieben einen sehr guten Artikel darüber. Leo Fischer bezeichnete die Existenzängste dieser einfachen Bürger, die sich eine Vollkaskoversicherung oft gar nicht leisten können (es wurden nicht nur Porsches abgefackelt!), abgehoben und niederträchtig als "kleinbürgerlich".  Hiess es in linken Kreise nicht einst "Armut tötet!"?  Oder gilt das nur je nachdem?
Die Versicherung zahlt nicht einmal den Abtransport der abgefackelten Autos. Aber halt, ich vergass: Dafür ist natürlich nicht der brandschatzende Mob, sondern der Kapitalismus schuld. Braucht man überhaupt Autos? - Stellt doch mal die Systemfrage!

Es gibt aber nicht nur die Silly Left, die den gewalttätigen, "A-Anti-Antikapitalista"-rufenden, besoffenen Mob verteidigt und ihre Taten schönredet, es gibt zum Glück auch besonnene, vernünftige linke Journalisten, die ohne Rücksicht auf Beifall aus der linken Filterbubble Klartext reden:

"Die Linksradikalen waren schon immer die nützlichen Idioten der Rechten."  (Frank Lübberding, Journalist)

"Solange Linksradikale Gewalt für ein legitimes politisches Mittel halten, haben sie mit den Folgen zu leben. Alles andere ist Gequatsche."  (Frank Lübberding, Journalist)


Obwohl ich mich nie als Linker bezeichnet habe - ich wähle meist sozialdemokratisch - hatte ich viele linke Journalisten wegen deren Kampf gegen Antisemitismus und Querfront geachtet und geschätzt. Die skandalöse, einseitige Berichterstattung über den brandschatzenden G20-Mob hat mein Vertrauen in solche Journalisten jedoch tiefgehend erschüttert. Sie spielen mit ihrem Vorgehen nur den Rechten in die Hände. Ich erwarte objektive und kritische Berichterstattung sowohl gegen rechte, wie auch gegen linke Gewalttäter. Auch von linken Journalisten!
Die Linke verzeichnete in den Umfragen vor zwei Wochen 10% (aufgerundet) für die baldige Bundestagswahl. Das war vor G20....



Nachtrag vom 11. Juli 2017

"Beide ehrenamtlichen Autoren waren während G20 nicht im Auftrag des Störungsmelders aktiv. Wir haben aber versucht, die Vorfälle gemeinsam mit ihnen zu rekonstruieren.
Die Verharmlosung oder Rechtfertigung von Gewalt ist nicht mit einer Mitarbeit beim Störungsmelder vereinbar. Wir werden daher mit beiden Autoren in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten."  (zeit.de)

Kommentare:

  1. "Laut Grote habe man aber nicht mit der Brutalität der Linksautonomen gerechnet."
    https://www.nzz.ch/international/g-20-proteste-die-hamburger-polizei-zieht-bilanz-skrupellose-gewaltakte-von-kriminellen-ld.1305100

    So kann man sich täuschen...

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  2. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich 6 Jahre lang bei der Kantonspolizei (in der Schweiz) war? Im Gegensatz zur Polizei in Deutschland hatten wir geflochtene Weidenschilder. Der Mob wurde auf Distanz gehalten. Steine schmerzen trotz Schutzkleidung

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    1. Diese Angaben können jederzeit nachgeprüft werden. Einfach Kapo Aargau anrufen...

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    2. Hier sind übrigens gut die geflochteten Weidenschilder zu sehen:
      https://twitter.com/imagopress/status/884059056767463426

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  3. G20-Krawalle: Molotow-Cocktail vom Dach auf Polizei. Wärmebild-Video aus einem Polizeihubschrauber
    https://twitter.com/HagenMeyer/status/884047173192691712

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  4. Hinweis:
    ========

    Ich veröffentliche keine anonymen Kommentare mehr.

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  5. "Wie mir Linke auf den Kranz gehen, die jetzt sagen, Randalierer seien eben "nicht links". Macht ihr das so auch mit der RAF oder Stalin?" (Hanning Voigts, linker Journalist)
    https://twitter.com/hanvoi/status/884401559882395649

    Danke!

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  6. Moin,
    Der Tweed von Sören K. ist sicher daneben.
    Ich vermute, dass er Augenzeuge des entfesselten Prügel, Pfefferspray, und Wasserwerfer-Angriffs auf die "W2H"-Demo am Donnerstag im Bereich des Hamburger Fischmarktes war.
    Von Wem da die entfesselte Knüppel-Gewalt ausging, da waren sich über 80?% der internationalen Presse einig.
    Und ja, auch ich meine, ganz nüchtern im Nachhinein betrachtet, dass DA die Flaschen und Steine schlicht eine erforderliche Selbstverteidigung gegen einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff waren.
    Die Polizei hat mit DEM Angriff an DIESEM Ort schlicht Schwerverletzte und Tote in Kauf genommen.

    Und NEIN! in dem Video ist keineswegs ein "Molli" zu sehen.
    Sondern eine helle sich bewegende Erscheinung auf dem Bildschirm einer WÄRMEBILD-Optik.
    Das kann alles Mögliche sein.
    Und die Tatsache dass es beim Aufprall NICHT verpuffend, in Flammen aufgehend zerplatzte, spricht eher dafür, dass es kein "Molli" war.
    (Nach meinen physikalischen Kentnissen ist es nahezu ausgeschlossen, dass ein, an der "Lunte" schon brenneder "Molli" NICHT so zündet)
    Der angebliche "Molli", ist praktisch die einzige rettende Erklärung der Polizeileitung für ihr versagendes Desaster am Freitag. (Also einen Tag/ Nacht NACH dem Angriff auf die Demo)
    Da hat die gleiche Polizei, die einige dutzend "Vermummungen" von Friedlichen! Demonstranten zum Anlass für die wirklich blutige! Prügelorgie nahm, einen plündernden Mob STUNDENLANG einfach gewähren lassen.
    Und DIESE Tatenlosigkeit erinnert mich an die Polizei, die in Rostock-Lichtenhagen die Nazi-Mordbrenner in aller Ruhe ein bewohntes Hochhaus marodieren, plündern und anzünden ließ.

    Ich war da nicht selber vor Ort, aber viele gute FreundInnen, die immer noch schockiert sind.
    Zu dem Einsatzleiter Dudde, ließ mal einen Bericht von Rechtsanwalt Martin Lemke (das ist einer der renomiertesten Strafverteidiger in Norddeutschland):
    https://www.anwaltlicher-notdienst-rav.org/de/node/20

    Ich lege übrigens keinen großen Wert auf die Veröffentlichung meines Kommentares, ich möchte DICH überzeugen, dass Du da gerade einer ganz üblen Propaganda-Manipulation auf den Leim gehst.
    Also ja, die Gewalt / Zerstörungs-Orgie ist DA, Freitag nicht zu entschuldigen.
    Aber noch viel Weniger die Organisierte entmenschlichte Gewalt der Polizei zuvor!
    Die einen haben gegen Sachen randaliert, die Polizei gegen, Leben, Gesundheit UND gegen jedes Verfassungs- Menschen- und Bürgerrecht.
    Das war und ist (immer noch) ein allgmeiner Großangriff auf die Versammlungsfreiheit.

    Gruß Karsten

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    1. Es gibt inzwischen wesentlich qualifiziertere Menschen, als ich, die bestreiten, ass das ein "Molli" war:
      http://www.mopo.de/hamburg/g20/schanzen-randale-war-das-ein-molotow-cocktail--27962168

      Zitat:
      „Ein brennender Stofflappen wie bei einem Molotow-Cocktail müsste eine viel höhere Infrarot-Emission abgeben. Die Kamera würde in die Sättigung gehen, das Bild wäre überstrahlt.“
      Das sei hier nicht der Fall. –
      (...)
      Zudem würde man sehen, wie ein Feuerzeug mehrfach aufflackert, das spätere Wurfgeschoss sich also nicht sofort entzünde. Dittié: „Ein benzingetränkter Lappen entflammt sofort.“

      Und: Beim Aufprall am Boden habe es keine Explosion gegeben. Ein weiterer Experte geht auch eher von einem Böller aus – sagt aber, dass für eine finale Bewertung Auflösung und Kontrast des Bildes zu schlecht sind.
      – Quelle: http://www.mopo.de/27962168 ©2017

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  7. Moin,
    Siehe mal Hamburger Abendblatt von Heute:
    http://www.abendblatt.de/hamburg/article211210957/Sie-warfen-Gehwegplatten-vom-Dach-auf-Polizisten-alle-frei.html?utm_term=Autofeed&utm_campaign=Echobox&utm_medium=Social&utm_source=Twitter#link_time=1499791450
    Alle "Super-Gewalttäter" die den (angelbichen) Mord-Hinterhalt vorbereiteten, sind wieder auf freiem Fuß.

    Die Meldung lesen die "üblichen Verdächtigen" natürlich in dem Narrativ (Erzählung) "Lächerliche linksversiffte Kuscheljustiz"

    (So werden in den nächsten Stunden die konservativen bis rechten Filterblasen damit hochkochen, Wetten?)

    Man kann aber auch genauer hinsehen:
    Extra für solche Fälle waren 140! Staatsanwälte in einem Sonderbereitschaftsdienst abgestellt.
    Ganz sicher keine "linksversifften Kuschel-Staatsanwälte" sondern eher handverlesene reaktionäre politkommissare, deren Aufgabe es ist, und da stehen sie unter klarer Handlungsanweisung, (was in Deutschland legal ist), um jeden Preis möglichst viele Haftbefehle zu erwirken.
    So, und diese extra dafür abgestellten Staatsanwälte haben auch bei bestem Willen gar keinen Anhaltspunkt für auch nur einen einzigen Haftbefehl hintrixen können. Obwohl sie, dazu z.b. die Kontakte zu den Verteidigern mit allen, auch rechtswidrigen Mitteln hintertrieben haben.
    (siehe: http://taz.de/Anwaeltin-Hoedl-ueber-die-Zustaende-im-G-20-Knast/!5425027/ )
    Dann kann man auch einfach mal an irgendeine funktionierende Unabhängige Justiz glauben, und zu dem Schluss kommen, dass die Vorwürfe der Polizei sehr wenig glaubhat sind.

    Ich hatte glaub' ich, schon erwähnt, dass die Polizeiführung damit in erhebliche Erklärungsnot gerät.

    Meine Vermutung ist: Sie werden die Verschwörung-Schiene wählen und eben, gegen JEDE Realität von der "Unsäglichen Kuscheljustiz" faseln.

    Andre, denke bitte sorgfältig darüber nach, ob Du dich der Verschwörungsgeschichte, oder einem gewissen Vertrauen in eine unabhängige Rechtsprechung nähern möchtest.


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    1. Ich antworte mir mal selber, bzw ergänze:

      Die Sache mit dem "Mord-Hinterhalt" auf dem Dach bleibt ominös:
      Journalisten ist aufgefallen, dass das bekannte Polizei-Video mit dem angeblichen (von mir bezweifelten Molli-Wurf laut dort einngeblendeter Uhr fast eine halbe Stunde nach der angeblichen, wohl auch vom EA festgestellten Festnahme der "Hinterhalts-Mörder" gedreht wurde.

      Eben meldet der NDR ( öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Norddeutschland) dass die Hamburger Staatsanwaltschaft erklärt habe, von ihren 140 Bereitschafts-Staatsanwälten (mit der strikten Weisung, Haftbefehle für Untersuchungshaft zu erwirken) sei gar keiner mit der Sache befasst gewesen.
      Wie das:
      Die Polizei muss sich in Deutschland immer entscheiden, aufgrund welcher Eingriffsgrundlage sie eine freiheitsentziehende Maßnahme durchführen will: Nach Polizei- bzw Ordnungsrecht) zur Gefahrenabwehr oder nach der Strafprozessordnung zu Abwehr bzw Verfolgung einer Straftat.
      Bei dem angeblichen "Mord-Hinterhalt" hat sie sich demnach für das Polizeirecht / Gefahrenabwehrrecht entschieden, und "lediglich' eine "Ingewahrsamnahme" und keine "Inhaftierung" nach der Strafprozessordnung angestrebt.
      Da werden Staatsanwälte nicht automatisch mit einbezogen.
      Das ist sehr ungewöhnlich, weil die Anwälte des Anwaltlichen Notdienstes der Demo-Organisation in den Tagen zuvor eine völlig andere Vorgehensweise beobachteten:
      Ganz anders, als bei solchen Veranstaltungen der Vergangenen Jahre, hatte die Polizei mit grotesken Strafvorwürfen fast ausschließlich HAftbefehle nach StPO beantragt.
      (Was z.b. bei den Castor-Transporten eine ganz seltene Ausnahme war.
      Und damit in sehr vielen Fällen Erfolg gehabt.

      Im übrigen hätte, laut NDR, die Polizei die richterliche Bestätigung der Ingewahrsamnahme so spät beantragt, dass der Richter schon wegen der gesetztlichen Fristen die Freilassung anordnen musste.

      Ich kann mir darauf noch keinen plausiblen Reim machen.

      Ach ja zu deinem Blog-Beitrag noch: Die Teilkasko bezahlt ERST wenn der Wagen abgebrannt ist, und nicht bei reinem Vandalismus-Schaden.


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