Samstag, 25. Februar 2017

Albrecht Müller (NachDenkSeiten) erklärt den Medien, Microsoft und Facebook an einer ver.di- und attac-Veranstaltung den Krieg/Nachtrag iS Daniele Ganser

"Wir müssen die Glaubwürdigkeit der Kampagnenmedien erschüttern."  (Albrecht Müller, 9.2.2017)
 

"Also sind wir darauf angewiesen, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Ich war schon einmal verantwortlich für einen Wahlkampf, der nur gewonnen worden ist, weil es gelang, eine solche Gegenöffentlichkeit zu schaffen. 100 tausende von Menschen haben sich 1972 engagiert und die Macht der Bild-Zeitung, des Springer-Konzerns und des ZDF Magazins überwunden."  (Albrecht Müller, 9.2.2017)

 
Wie ein wirre und paranoid gewordener Missionar wütete Albrecht Müller (79) an einer Veranstaltung von ver.di und attac gegen die etablierten Medien. Er nannte sie "Kampagnenmedien", "Kampfpresse", "Lückenpresse" und "Lügenpresse".
Weil Albrecht Müller mit seinen NachDenkSeiten - Wolfgang Lieb ist ausgestiegen - eine "Gegenöffentlichkeit" aufbauen will, bildete er eine Kooperation mit dem weltnetzTV und eine Allianzpartnerschaft mit Ken Jebsens KenFM. Albrecht Müller zählt die russischen Propagandamedien RT Deutsch und Sputnik auch zu den guten "alternativen" Medien, die am Aufbau einer "Gegenöffentlichkeit" arbeiten.
 
Albrecht Müller hatte bereits am 21. März 2014 anhand einer in den NachDenkSeiten veröffentlichten Namensliste dazu aufgefordert, die Glaubwürdigkeit der aufgelisteten Journalisten "im Mark" zu erschüttern.
 
Namentlich aufgeführt sind: Josef Joffe (Zeit), Mathias Nass (Zeit), Marc Brost (Zeit), Stefan Cornelius (Süddeutsche Zeitung), Claus Kleber (ZDF), Peter Frey (ZDF), Kai Diekmann (Bild), Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Michael Stürmer (Welt). Albrecht Müller kommentierte diese Liste wie folgt:  "Die Liste der ähnlich mit Eliten verwobenen Journalistinnen und Journalisten wäre gewaltig zu erweitern, wollte man ein komplettes Bild der Einflussnahme zeichnen. In meiner Darstellung fehlen Spiegel und Spiegel online, die Bild-Zeitung, die kommerziellen Sender und große Regionalzeitungen. Über all ist die Gleichrichtung spürbar. [...] Nennen Sie Namen. Denn die laufende Agitation ist nicht namenlos. Sie wird von Personen organisiert und getragen. Die Glaubwürdigkeit dieser Personen muss im Mark erschüttert werden."
 

 Albrecht Müller (NachDenkSeiten) auf RT Deutsch

Weitere "Höhepunkte" aus Albrecht Müllers Vortrag:
"Das Imperium, die USA und ihre Verbündeten haben viele illegale Kriege geführt."
"Es wird eine Kulturrevolution nötig sein."
"Es gibt schon Zehntausende von Menschen, die den etablierten Medien nicht mehr glauben und die bereit sind, ihre Stimme zu erheben."
"Was Microsoft, Facebook, und andere Dienstleister ähnlicher Art leisten, schließt über weite Strecken Wettbewerb aus und sollte deshalb in dieser Form nicht organisiert sein. Es gehört in öffentliche Hände..."

Wussten ver.di und attac, was da auf sie zu kommt, als sie Albrecht Müller ins Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße eingeladen hatten...?
Wenn ja, sollte dringend eine Dabatte über ihr Verhältnis zu den etablierten Medien geführt werden.


 


Nachtrag vom 26. Februar 2017

Am 24. Februar 2017 trat der "Friedensforscher" Daniele Ganser in der SRF-Sendung Arena auf. Weil er eines Widerspruchs überführt worden war - zuerst hatte er die Berichterstattung durch SRF über 9/11 in einer Mail als "fair und sachlich" bezeichnet, keine 24 Stunden später warf er der SRF auf Twitter "Diffamierung" vor - war Daniele Ganser vor laufender Kamera wütend geworden und warf dem Arena-Moderator Manipulation vor, weil nicht das ganze Mail gezeigt worden war. Er benützte vor laufender Kamera den Begriff "Lückenpresse", obwohl der weggelassene Teil nichts mit 9/11 zu tun hatte. Vor laufender Kamera lobte Daniele Ganser Rainer Mausfeld und seinen Förderer und Mitstreiter KenFM.

Wie bereits Albrecht Müller durch Georg Restle (Monitor) der Manipulation überführt worden war, wirft auch der ehemalige NachDenkSeiten-Mitarbeiter Kai Ruhsert dem "Friedensforscher" Daniele Ganser Manipulation durch Weglassen vor:
"Ganser hatte den beiden Baustatikern wahrscheinlich dieselben irreführenden Bilder und Aufnahmen gezeigt, die er auch dem Publikum in Tübingen präsentierte.
Stets beschränkt er sich auf wenige, sorgfältig ausgewählte Ausschnitte einer Videoaufnahme: Das Publikum soll glauben, das Gebäude sei symmetrisch eingestürzt.
Ganser unterschlägt die ersten Sekunden des Einsturzes, die das Gegenteil beweisen (z.B. in dieser Aufnahme zu sehen ab 02:10 min). Deutlich ist zu erkennen, wie auf dem Dach des Gebäudes zuerst das Penthouse auf der Ostseite kollabiert: [...]
Ganser belässt es nicht dabei, seine Zuhörer durch lückenhafte Information in die Irre zu führen. Er verbreitet auch noch das Gerücht, das gesamte Gebäude [WTC7] sei wie im freien Fall eingestürzt."  (aus "Kritik an Daniele Gansers Vortrag : Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001" von Kai Ruhsert, 11. Januar 2016)
 
Der gelernte Maschinenbauingenieur Kai Ruhsert war  während mehreren Jahren ehrenamtlicher NachDenkSeiten-Mitarbeiter. Ihm ist es zu verdanken, dass sich das USA- und Israel-Bashing und Verschwörungstheorien auf den NachDenkSeiten früher in Grenzen hielten. Nach dem Bruch mit Albrecht Müller und dem Weggang von Kai Ruhsert brachen bei den NachDenkSeiten in Sachen USA, Israel und Verschwörungstheorien alle Dämme.
Wie Albrecht Müller zweifelt auch Daniele Ganser an der offiziellen Charlie Hebdo-Berichterstattung. Albrecht Müller am 8. Januar 2015 auf den NachDenkSeiten in Bezug auf die Charlie Hebdo-Terroranschläge wörtlich:
"Andreas von Bülow vor allem wirbt aus meiner Sicht mit Recht dafür, die Rolle von Geheimdiensten nicht zu unterschätzen. Man kann das so und anders sehen. Niemand zwingt Sie, diesen sogenannten Verschwörungstheoretikern zu folgen. Aber diese haben es auch nicht verdient, mit Etiketten belegt zu werden. Verschwörungstheoretiker ist einer der dümmsten Vorwürfe, die in der aktuellen Debatte obendrein inflationär verwendet werden. Zweifel sind angebracht."
 

Kommentare:

  1. In der Diskussion nach dem Vortrag von Müller wird ein Putin-Kritiker vom NachDenkSeiten-Publikum ausgebuht...
    https://vimeo.com/205299940

    Als er sich als Grüner outet, wird es ausgelacht...

    Geschätzter Altersdurchschnitt des Publikums: 67

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  2. Kai Ruhsert in einem Kommentar: "Technisch kann man ihn Ganser kaum angreifen, weil er wenig Konkretes sagt und es bei Andeutungen belässt. Ich kritisiere, dass er sein Publikum durch gezieltes Verschweigen von Fakten in Richtung Sprengstoffhypothese drängt. Ihn treibt nicht die Suche nach Wahrheit, sondern der Reiz der Sensation."
    http://www.blog-der-republik.de/medial-vermittelte-feindbilder-und-die-anschlaege-vom-11-september-2001/

    Und das Geld...

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