Montag, 23. November 2015

Die NachDenkSeiten werfen Josef Schuster (Zentralrat der Juden in Deutschland) "blanken Rassismus" vor

Die neuste verbale Attacke gegen den Zentralrat der Juden reiht sich ein in die immer länger werdende Reihe antiisraelischer Ressentiments, die die NachDenkSeiten seit dem Ausstieg von Kai Ruhsert schüren. Der Duktus der NachDenkSeiten gleicht sich immer mehr jenem von KenFM an.

Dies hatte Josef Schuster gesagt:  "Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des 'Islamischen Staates' und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist", sagte er. "Denken Sie nicht nur an die Juden, denken Sie an die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen." (Zeit)
 

Darauf  antwortete Jens Berger (Albrecht Müllers Stellvertreter) in den heutigen NachDenkSeiten wie folgt:  "So, so, Flüchtlinge aus Syrien entstammen also „Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist“. Das ist blanker Rassismus und dies aus dem Mund des obersten Repräsentanten einer Religionsgemeinschaft."


Das Israel-Bild beim Spiegelfechter von Jens Berger
 

Meine Meinung:  Sadats Ägypten war meines Wissens, nebst Jordanien, das bisher einzige Land aus dem arabischen Raum, das mit einem Frieden mit Israel ernst gemacht hatte. Diesen Frieden mit Israel bezahlte Sadat mit seinem Leben:
"Als Nachfolger Nassers wurde er 1970 Staatspräsident. Sadat führte Ägypten in den Jom-Kippur-Krieg 1973, löste das Land aus der engen Bindung an die Sowjetunion und schloss 1979 einen Friedensvertrag mit Israel. Für seine Bemühungen im Friedensprozess mit Israel erhielt er zusammen mit Menachem Begin 1978 den Friedensnobelpreis. Aufgrund dieser Versöhnungspolitik mit Israel fiel Sadat einem Attentat von Gegnern seiner Politik zum Opfer." (Wikipedia)

Syriens Verhältnis zu Israel: "Seit der israelischen Staatsgründung erkennt Syrien den jüdischen Staat nicht an und führte mehrfach Krieg gegen Israel, u. a. 1948 im Palästinakrieg infolge der Unabhängigkeitserklärung Israels."  (Wikipedia)


Nachtrag vom 24. November 2015
 
Die Redaktion der "Hinweise des Tages" welche im Wesentlichen aus Albrecht Müller, Jens Berger und Jens Wernicke besteht, durchforstet jeden Tag den Blätterwald nach Artikeln, die in ihr krude gewordenes Weltbild passen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die ausgewählten Artikel von der zu bekämpfenden "gleichgeschalteten Kampfpresse" oder von der völkischen, neurechten "Gegenöffentlichkeit" stammen - je nachdem werden von den NachDenkSeiten-Redakteuren passende Anmerkungen beigefügt, so dass der treue Leser und Gönner genau weiss, wie er die Botschaft des Artikel zu verstehen hat. Keine Anmerkung heisst meistens: Dieser Artikel ist für gut befunden worden.
So auch heute beim Artikel von Armin Langer von der taz. Der Grund für die Auswahl dieses Artikel ist schnell gefunden: Er entspricht genau der Meinung des NachDenkSeiten-Redakteurs Jens Berger, der Josef Schuster vom Zentralrat der Juden "blanker Rassismus" vorwirft. Der Titel des taz-Artikel lautet: "Rassismus im Zentralrat der Juden"
 
Die glühenden "Israelfreunde" in der Redaktionsstube der NachDenkSeiten müssen jubiliert haben, als sie diesen taz-Artikel gefunden haben. Ob sie auch die Kommentare dazu gelesen haben?
 
Hier eine kleine Auswahl:
 
"Vielleicht sollte Herr Langer lesen, was im Koran über die Juden geschrieben steht und der DITIB - ein Dachverband türkisch-islamischer Moscheegemeinden, der 900 Moscheevereine in Deutschland kontrolliert, auf Türkisch über "die Juden" lehrt: Sie sind gemein und niederträchtig. Sie lügen und stehlen. Sie sind schwache Kämpfer. Sie gehen den Weg der Hexer, u.v.a.m."  (Nickyarnstein)
 
"Es ist sehr, sehr wichtig, die Worte "Rassismus" und "Juden" in einer einzigen Überschrift zu platzieren. Das muss man jede Woche fünf Mal machen. Irgendwann braucht man nicht mal mehr Beweise, Unterstellungen reichen: "...oder er ist einfach Rassist". Beweisen muss man nichts mehr, die deutsche taz-Leserschaft weiß dann schon selbst Bescheid. Wie verantwortungslos kann man sein?"  (Mark2013)
 
"Armin Al Husseini war unbestreitbar ein enger Bündnispartner von Hitler - sicherlich war der Holocaust eine originär deutsche Idee, Araber waren aber teilweise willige Bündnispartner. Und auch schon vor der Shoa - u.a. 1929 in Hebron - gab es Pogrome, in denen Araber nahezu die komplette jüdische Gemeinde auslöschten.
Die Sorge von Josef Schuster nicht zu teilen ist das eine. Obwohl eben die Fakten durchaus Begründung für dessen Sorgen geben. Erinnert sei ebenso an die Terroranschläge von Kopenhagen, vom Bataclan, vom koscheren Supermarkt und an die wachsende Zahl antisemitischer Übergriffe und Schmähungen durch arabisch stämmige Menschen in Deutschland, wie an die aufgehetzt-antisemitischen Massenkundgebungen im Sommer 2014.
Den wichtigsten Vertreter der jüdischen Gemeinde in Deutschland im Stile eines mittelalterlichen Predigers abzukanzeln und sich dazu berufen zu fühlen, nur, weil man gerade ein paar theologischen Studien nachgeht, ist allerdings ein starkes Stück, Herr Langer, für so einen "Beitrag" Forum zu bieten auch, liebe taz."  (Yoni)
 
"Das Problem des Antisemetismus ist in arabischen Satten ungleich größer als hier.
Ca. 16% der Deutschen haben antisemitische Einstellungen, aber 56% der Iraner, 69% der Türken und 93% der Palästinenser. Aktuelle Umfragen aus Syrien gibt es nicht, so viel anders dürfte der Antisemetismusgrad dort aber nicht sein."  (Jan Reiter)

Kommentare:

  1. Ich sehe es wie Pro Asyl:
    "Statt Obergrenzen für den Flüchtlingszuzug hält die Hilfsorganisation Pro Asyl feste Kontingente für sinnvoll – aber nur als Ergänzung zum individuellen Asylrecht.“ (DLF)

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  2. Übrigens: Todenhöfer lügt. Oft.
    http://tapferimnirgendwo.com/2015/11/23/woran-merkt-man-dass-jurgen-todenhofer-lugt/

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